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In Frankreich wüten mehrere verheerende Waldbrände gleichzeitig. An der Atlantikküste und anderen Teilen des Départements Gironde mussten bisher etwa 37.000 Menschen vor sich ausbreitenden Flammen in Sicherheit gebracht werden – Wohnungen, Häuser und Campingplätze wurden evakuiert. Mehr als 2000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, rund 20.800 Hektar Wald sind bereits verbrannt.
Die Lage in der Gironde habe sich aber leicht verbessert: Die Waldbrände konnten erstmals seit fünf Tagen am Dienstagabend eingedämmt werden, teilte die Präfektur der Gironde in einer Pressemitteilung mit.
Wo brennt es in Frankreich?
Südlich der Großstadt Bordeaux gibt es zwei größere Brandherde, bei La Teste-de-Buch im Bezirk Arcachon und in der Gemeinde Landiras. Allerdings gibt es langsam bessere Nachrichten: Am Dienstag konnte die Feuerwehr die Flammen eindämmen, sie breiten sich nicht weiter aus.
Karte zeigt Waldbrände in Frankreich
Wo die Waldbrände in Frankreich wüten, kannst du auf einer Karte sehen, die auf der Basis von Nasa-Daten erstellt wurde.
Blick auf die Waldbrände in Frankreich am Mittwoch, 20. Juli 2022.
Waldbrände in Arcachon
Im Bezirk Arcachon hat das Feuer in La Teste-de-Buch den Cazaux-See erreicht, am Dienstag konnten die Brände aber ein wenig eingedämmt werden.
Inzwischen sind 7000 Hektar Land zerstört worden. Unter anderem sind fünf Campingplätze abgebrannt, ebenso das Strandrestaurant La Petite Playa.
Die Straße D218 ist zwischen dem Kreisverkehr von Pilat und dem Strand von Biscarosse auch am Mittwoch, 20. Juli, noch gesperrt, die berühmte Dune du Pilat ebenso.
Die berühmte Dune du Pilat in Frankreich ist wegen der Waldbrände gesperrt.
Außerdem sind die Freizeitschifffahrt auf dem westlichen Teil des Sees von Cazaux-Sanguinet sowie die Schifffahrt und das Ankern im Bereich des südlichen Eingangspasses zum Bassin d’Arcachon verboten.
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Die Behörden evakuieren in mehreren Ortschaften: In Les Miquelots und Pilat müssen 8000 Menschen ihre Häuser verlassen. Zudem wurden mehrere Campingplätze geräumt. Und auch der Zoo La Teste-de-Buch wurde evakuiert.
Waldbrände in Landiras
Die Feuer in der Gemeinde Landiras, knapp 67 Kilometer von La Teste-de-Buch entfernt, weiten sich aus. Inzwischen brennt es auf 13.300 Hektar.
Auch hier gibt es Evakuierungen: 3500 Menschen mussten ihre Orte in den Gemeinden Landiras, Budos und Balizac verlassen. Bisher ist aber lediglich eine Garage von den Flammen zerstört worden, teilt die Präfektur der Gironde mit.
Waldbrand im Médoc
Am späten Montagnachmittag brach in Vensac im Médoc ein neuer Waldbrand aus, betroffen ist eine Fläche von etwa 80 Hektar. Ein Campingplatz und ein kleiner Ort wurden evakuiert, davon waren 550 Menschen betroffen. Das Feuer konnte aber am Dienstag, 19. Juli, gelöscht werden.
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Was tun bei Rauchentwicklung?
Die Waldbrände in der Gironde breiten sich aus. Je nach Windrichtung kann es auch außerhalb der konkret betroffenen Bereiche und außerhalb des Départements zu Rauch kommen. Darauf weist die Region hin. Sollten Menschen Rauchentwicklung bemerken, dann sollten sie die Zeit im Freien begrenzen, körperliche Aktivitäten einschränken und gesundheitlich gefährdete Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen besonders beobachten.
Straßensperrungen in Südfrankreich wegen der Waldbrände
Etliche Straßen sind wegen der Waldbrände gesperrt:
- RD218 zwischen der Dune du Pilat und Biscarosse
- RD651 von Saucats nach Cabanac
- RD219 aus der Kreuzung RD220/RD219
- RD101 (wegen Feuer in Grayan-et-l’Hôpital und Vendays-Montalivet)
- RD116 zu Landiras ab der Kreuzung RD11/RD116
- RD117 und RD115 ab RD115E10 in Saint-Michel-de-Rieufret
- RD118 nach Illats ab der RD11
- RD114 nach Budos ab Noaillan
- RD110 ab der Kreuzung mit der RD115 in Louchats nach Balizac über Origne
- RD110 von Canet nach Hostens
- RD115 zwischen Louchats und Landiras (Kreuzung mit der RD116)
- RD220 ab der Kreuzung mit der RD11 in Saint-Symphorien nach Cabanac über Origne und Guillos
- RD125 zwischen Guillos und Landiras (ab der Kreuzung mit der RD11)
- RD115E4 zwischen Guillos und Cabanac
- RD11 zwischen Balizac und Saint-Symphorien
- RD3 von Saint-Symphorien nach Hostens
- RD3E15 von Haudoua nach Hostens
- RD651 zwischen Villagrains und Hostens
- RD219 zwischen Cabanac und Villagrains
- RD111E1, RD11OE6 und RD5 in Saint Magne
- Gemeindestraße von Triscos Nord ist an der Kreuzung der RD11 in Balizac gesperrt
Folgende Radwege sind gesperrt:
- Radweg entlang der RD218 bei La teste-de-Buch (RD804)
- Strecke zwischen La Brède und Hostens (RD805)
- Labépie-Weg zwischen Latresne und Sauveterre (RD803)
- Strecke zwischen Hostens und Saint-Symphorien (RD802)
Kann mein Urlaub in Frankreich stattfinden?
Ferienorte mit Hotels deutscher Veranstalter blieben offenbar bislang verschont. Reisende sollten sich aber vor dem Abflug oder der Abfahrt darüber informieren, ob sich ihr Urlaubsort in der Nähe von Waldbränden befindet – und gegebenenfalls Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen.
Kann ich den geplanten Urlaub stornieren?
Waldbrände gelten als außergewöhnliche Umstände. Allerdings gibt es rechtliche Unterschiede zwischen Pauschal- und Individualreisen. Bei einer Pauschalreise können Reisende unter bestimmten Umständen kostenlos davon zurücktreten. „Der Reiseveranstalter muss dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter.
Allerdings können sich Pauschalreisende nur auf außergewöhnliche Umstände berufen, wenn die Waldbrände in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort sind und konkrete Beeinträchtigungen wie Ascheregen oder Evakuierung bestehen.
Wer bereits in Frankreich ist und plötzlich durch die Brände beeinträchtigt wird, kann die Reise bei seinem Reiseveranstalter vorzeitig kündigen. Die Mehrkosten für die verfrühte Rückreise müssen dann Reisende und Veranstalter untereinander aufteilen, so Degott. Es bestünden außerdem Minderungsansprüche.
Waldbrand: Wann kann der Urlaub nicht storniert werden?
Reisende, die ihren Urlaub erst in einigen Wochen antretet, sollten abwarten, wie sich die Brände am Urlaubsort entwickeln. Denn reine Angst vor Waldbränden rechtfertige keinen kostenlosen Rücktritt, so Degott. Außerdem könne nicht vom Recht auf kostenlose Stornierung Gebrauch gemacht werden, wenn die Brände weit weg vom Urlaubsort sind.
Individualreisende müssen sich an die Vertragsbedingungen ihres Fluges und der gebuchten Unterkunft halten. Darin sollten die Stornierungsmöglichkeiten aufgeschrieben sein. Oft gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, kann nicht gebührenfrei storniert werden.