Wie gefährlich sind Luftlöcher? | reisereporter.de

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Im Bestfall dauern Turbulenzen nur wenige Sekunden, wenn du Pech hast auch mal mehrere Minuten. Das Flugzeug wackelt oder sackt dabei nach unten. Für Menschen mit Flugangst ist das im wahrsten Sinne des Wortes Nahrung fürs Unwohlsein. Werde ich das überleben?

Der reisereporter hat mit jemandem gesprochen, der es wissen muss: Torsten Adams (50) ist seit 1991 Flugkapitän, fliegt für die Lufthansa den bekannten Urlaubsflieger Airbus 320 auf die Kanaren, nach Nordafrika, Russland und in den Nahen Osten. Und er beantwortet die wichtigsten Fragen für dich. 

Wann werden Turbulenzen gefährlich?

Turbulenzen seien zwar für die Passagiere oft unangenehm, „aber das Flugzeug verträgt sie, es wurde dafür gebaut“, sagt Adams. Auch ein Sprecher des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) bestätigt: „Moderne Flugzeuge können weitaus stärkeren Kräften widerstehen, als durch Turbulenzen entstehen können.“

Es gibt leichte, mittelschwere und schwere Turbulenzen. Adams vergleicht die Stärken mit der Beschaffenheit einer Straße: „Leichte fühlen sich an, als würde man mit einem Auto über Kopfsteinpflaster fahren. Bei mittelschweren fehlt in dieser Straße dann ab und an auch mal ein Stein, das ist etwas unangenehmer. Bei schweren Turbulenzen würde es dem Fluggast schwerfallen, in der Kabine zu laufen.“

Um mögliche Risiken durch Turbulenzen zu vermeiden, rät Adams: „Durchgängig angeschnallt sein, dann ist man auf der sicheren Seite. Das mache ich auch so, auch wenn ich privat fliege.“

Wie entstehen Luftlöcher?

„Die Luft dient dem Flugzeug als Träger. Wenn sie stabil ist, ist der Flug ruhig. Es gibt aber auch Veränderungen der Luft, zum Beispiel Aufwinde und Abwinde. Diese Veränderungen führen dazu, dass es ruckelt“, so Adams. 

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Kurz zum wissenschaftlichen Background: Turbulenzen sind vertikale Verwirbelungen in der Luft, sie kommen zum einen im Bereich von Wolkenfeldern vor. Es gibt aber auch Klarluftturbulenzen (Clear Air Turbulences), abgekürzt CAT. Die treten am Rande von Starkwindfeldern, den sogenannten Jetstreams, auf. Dort entwickeln sich vertikale Verwirbelungen in der Luft. Adams: „Wenn ein Flugzeug in die CAT gerät, versuchen wir, ihnen durch die Veränderung der Flughöhe auszuweichen.“

Außerdem können Turbulenzen durch vorweg fliegende Flugzeuge entstehen. Denn hinter fliegenden Flugzeugen entstehen sogenannte Wirbelschleppen (Wake Turbulences), das sind sich drehende Luftverwirbelungen.

Wenn das Flugzeug nicht nur wackelt, sondern absackt, sagen Passagiere dazu gern Luftloch. Aber: „Luft hat keine Löcher“, sagt Adams. Er erklärt, wie es zu diesem Phänomen kommt: „Wenn das Flugzeug durch absinkende Luft fliegt, sackt es ab. Das fühlt sich dann an, als wäre in der Luft ein Loch.“