Airtags: GPS-Koffertracker im Flugzeug – erlaubt oder verboten?

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Wer 2022 in den Urlaub geflogen ist und noch fliegt, braucht mitunter starke Nerven. Der Personalmangel an den Flughäfen sorgt oft für lange Wartezeiten beim Check-in und vor der Sicherheitskontrolle. Auch die Gepäckausgabe verzögert sich mitunter um Stunden. Und immer wieder bleiben Koffer zurück – Urlauberinnen und Urlauber mussten teils wochenlang auf ihr Hab und Gut warten.

Bilder etlicher Flughäfen auf der Welt zeigten das Ausmaß des Chaos: Tausende verwaiste Koffer stapelten sich zum Beispiel am Flughafen Berlin-Brandenburg im Sommer an den Terminals.

Deswegen bestücken jetzt immer mehr Menschen ihr Gepäck mit sogenannten Koffertrackern, auch GPS-Tracker oder Airtags genannt. Doch was bringen sie wirklich? Und sind sie überhaupt erlaubt?




Koffer-Chaos: Unzähliges herrenloses Gepäck steht am Flughafen Berlin-Brandenburg auf voll beladenen Transportgestellen.

GPS-Tracker oder Airtags: Wie funktionieren sie?

Immer mehr Reisende statten ihr Gepäck inzwischen mit Koffertrackern wie Airtags von Apple oder GPS-Sendern aus. Am Gepäck befestigt oder im Koffer verstaut, senden diese kleinen Gadgets Signale aus, mit denen sie geortet werden können. 

Ein GPS-Tracker für Koffer sendet ein Signal über die eingelegte SIM-Karte aus, das du über eine App oder eine Website sowie über das Mobilfunknetz empfängst. Die einzelnen GPS-Geräte können sich dabei in der Genauigkeit der Ortung um mehrere Hundert Meter unterscheiden. 




Ein Mann trägt einen GPS-Tracker an seinem Rucksack. Modelle können in Form, Farbe, Größe und Eigenschaften variieren.

Die Airtags der Firma Apple funktionieren über Funksender, die mit anderen Apple-Geräten kommunizieren. Wer Apple-Produkte besitzt kann diese über die „Wo ist“-Funktion orten – dazu zählen iPhone, iPads oder auch Airtags. Die Geräte senden, wenn die Funktion entsprechend aktiviert ist, ein Signal aus.

Koffertracker: So kannst du dein Gepäck tracken

Dein Gepäck mit einem Koffertracker auszustatten ist ganz einfach. Dazu musst du den GPS-Tracker oder den Airtag, der etwa münzgroß ist, mit deinem Smartphone verbinden. Bei GPS-Trackern funktioniert das zum Beispiel, indem du eine SMS mit einem bestimmten Inhalt an die SIM-Karte in dem Tracker sendest. Die Airtags kannst du über eine App mit deinem iPhone verbinden oder die „Wo ist “-Funktion nutzen.

Detaillierte Infos zum Koppeln deiner Geräte findest du in der Gebrauchsanweisung oder auf den einschlägigen Tech-Portalen im Internet. 

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Sind Airtags und GPS-Tracker überhaupt erlaubt?

Das Problem ist: Nicht auf jedem Flug darfst du Airtags oder GPS-Tracker einfach so in den Koffer packen. Zwar gibt es noch keine offizielle Vorgabe der Behörden, beispielsweise von der International Air Transport Association. Allerdings verweisen Flughäfen auf die Fluggesellschaften: Ob die Nutzung erlaubt sei, hänge von den Beförderungsregeln der Airline ab, heißt es beispielsweise vom Münchner Flughafen. 

Von Deutschlands größter Airline Lufthansa gab es zunächst ein klares „Nein“. Da Gepäckträcker in die Kategorie der Portable Electronic Devices gehören, würden sie damit den von der International Civil Aviation Organisation erlassenen Gefahrgut-Bestimmungen für die Beförderung in Flugzeugen, zitiert das Portal „Watson“ eine Lufthansasprecherin noch Anfang Oktober.




Ein Hinweisschild zur Gepäckermittlung der Lufthansa am Flughafen München.

Und weiter: „Dementsprechend müssen die Tracker aufgrund ihrer Sendefunktion ähnlich wie beispielsweise Handys, Laptops, Tablets etc. während des Fluges deaktiviert sein, wenn sie sich im aufgegebenen Gepäck befinden.“ Das bedeutet, dass die Batterie aus dem Tracker entfernt werden müsste. Und dadurch würde es nutzlos.

Mitte Oktober rudert die Lufthansa dann  zurück: „Das Luftfahrtbundesamt hat heute bestätigt, dass es unsere Risikoeinschätzung teilt, dass Ortungsgeräte mit sehr geringer Batterie- und Sendeleistung im aufgegebenen Gepäck kein Sicherheitsrisiko darstellen. Damit sind diese Geräte auf Lufthansa-Flügen erlaubt“, twittert die Airline.