Der deutsche Reisepass ist der wertvollste der Welt in der Corona-Krise

  • Beitrags-Kategorie:Blog
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Reisewarnungen, Grenzschließungen, Beschränkungen vor Ort: Die Corona-Krise macht es Touristen im Jahr 2020 nicht leicht, sie müssen flexibel und aufmerksam sein. Für viele Menschen ist das nichts, sie entschieden sich gegen einen Urlaub, wie Zahlen des Weltwirtschaftsforums zeigen. Demnach ging die Zahl der internationalen Touristenankünfte in den fünf Monaten bis Mai 2020 weltweit um 56 Prozent zurück, verglichen mit dem gleichen Zeitraum von 2019.

Deutscher Reisepass bringt in Corona-Pandemie Vorteile

Und trotzdem: Möglich sind Reisen nach wie vor – und deutsche Urlauber haben trotz der Covid-19-Pandemie sogar eine ziemlich große Auswahl an Ländern. Beim großen Reisepass-Vergleich, dem „Passport Index“ der Firma Arton Capital aus Kanada, ist Deutschland ganz vorn und belegt gemeinsam mit fünf weiteren Staaten aus der EU und dem Schengenraum – Belgien, Österreich, Luxemburg, Schweiz und Irland – Platz 1 der „wertvollsten Reisepässe der Welt“. 

Wer das deutsche Dokument mit karminrotem Umschlag und goldenem Aufdruck besitzt, kann demnach zumindest theoretisch aktuell 123 Länder bereisen, ohne vorab ein Visum beantragen zu müssen.

Die Grenze kann entweder ganz ohne Visum übertreten werden, das gilt für 90 Länder. Oder die Deutschen erhalten ein „Visa on Arrival“ – dieses wird  ihnen in 33 Ländern direkt bei der Einreise in den Reisepass gestempelt. Für 75 Länder müssen Deutsche aktuell vorab ein Visum beantragen, oder die Einreise ist für Touristen grundsätzlich verboten.

Vorteil fürs Pass-Ranking: Deutschlands Umgang mit der Corona-Krise 

Warum Deutschland trotz Corona-Pandemie vergleichsweise gut dasteht und profitieren konnte? Armand Arton, Gründer und Präsident des „Passport Index“, sieht dies auch in der Reaktion des Landes auf die und der Bewältigung der Covid-19-Krise begründet. Diese habe „zu seinem günstigen Pass-Ranking beigetragen, da immer mehr Länder auf der ganzen Welt deutschen Reisenden auch in Krisenzeiten vertrauen“, so Arton gegenüber dem reisereporter.

Ein höherer Rang könne als „direkte Belohnung für die positive Außenpolitik Deutschlands und als vorbildliche interne Reaktion auf Covid-19“ angesehen werden.

Ganz ohne Wermutstropfen geht es aber nicht: Vor der Corona-Krise stand den Deutschen die Welt noch weitaus offener, sie konnten knapp 50 Länder mehr bereisen, ohne vorher ein Visum zu beantragen. Das machte im Vorjahres-Ranking Platz 2 für den deutschen Pass.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Jedoch lassen die meisten dieser Staaten derzeit überhaupt keine ausländischen Touristen einreisen, sie haben die Grenzen komplett geschlossen. Dazu zählen etwa Australien, Kanada, die USA, Südkorea und Indonesien.

USA sind größter Verlierer des Pass-Rankings

Die größten Verlierer sind laut „Passport Index“ Länder mit visumfreiem Zugang zu Europa. „Länder wie die USA, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere haben über 50 Prozent ihrer Macht verloren, was einem Rückgang ihrer Mobilitätswerte um mehr als 80 Punkte entspricht“, so Arton.

Die Vereinigten Arabischen Emirate belegten 2019 noch Platz 1, rutschten aber auf Rang 14 ab. Die Bürger können nur noch in 99 Staaten visafrei reisen, 80 Länder schlossen die Grenzen. Noch härter traf es die Vereinigten Staaten von Amerika: Die Zahl der visafrei zu bereisenden Länder hat sich für US-Bürger gut halbiert um 86 auf nur noch 85. Die Staaten teilen sich Rang 20 mit Singapur.